Im letzten Jahr bekamen alle Unternehmen die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu spüren, darunter auch die Autobranche. Zum Glück kam die Bundesregierung dann auf die Idee, mit der Abwrackprämie die Wirtschaft wieder nach oben zu pushen. Jeder, der sein altes Auto verschrotten ließ, bekam eine Prämie von 2.500 Euro auf den Kauf eines Neuwagens. Der Anklang war enorm, doch am meisten profitierten Kleinst- und Kleinwagenhersteller von dem Konjunkturpaket. Zudem ließen viele Leute ihr Auto verschrotten, obwohl dies noch ohne Probleme mehrere tausend Kilometer gefahren wäre.
Einer konnte dem Aufschwung allerdings nicht viel abgewinnen: Toyota. Das japanische Unternehmen hatte mit ganz anderen Problemen zu kämpfen: Millionen Autos mussten auf Grund von technischen Problemen wie klemmenden Brems- und Gaspedalen und diversen anderen Fehlern zurück in die Werkstatt gerufen werden. 52 Menschen starben, weil ihr Auto plötzlich einen Defekt aufwies und sie es nicht mehr beeinflussen konnte. Mittlerweile wurde eine Strafe in Millionenhöhe von dem Unternehmen akzeptiert, doch die Sammelklage, die dies erreicht hat, wird mit Sicherheit nicht die letzte gewesen sein.
Dieses Jahr versuchen nun viele Autobauer, einen Weg zurück zum Erfolg zu finden. Es wird erwartet, dass ganze 65 Millionen Fahrzeuge hergestellt werden, knapp zehn Millionen mehr als letztes Jahr und nur eine Million weniger als im Jahre 2008, als die Wirtschaftskrise noch eine Finanzkrise war, die hauptsächlich Amerika betraf.
Im ersten Quartal des Jahres 2010 ist Volkswagen der große Gewinner, indem der deutsche Konzern seinen Umsatz beinahe verdoppelte. Auch Daimler, Audi, Mercedes und BMW planen, ein solches oder gar noch besseres Ziel zu erreichen. Gerade Audi hat sich das Ziel gesetzt, zu expandieren und die erste Produktionsniederlassung in den Vereinigten Staaten zu eröffnen. Bislang wurden alle Autos für Übersee in Europa gebaut und exportiert, was aber auf Grund des schwachen Dollars den Gewinn stark minderte.
Ganz groß hinaus will auch Fiat in Kombination mit Chrysler. Der italienisch-amerikanische Zusammenschluss plant bis 2014 zehn neue und sechs überarbeitete Modelle auf den Markt zu bringen, was mit einer 30 Milliarden Euro schweren Investition erreicht werden soll. Nebenbei sollen ebenfalls die weltweiten Kapazitäten erweitert werden; allein in Italien plant man, die Autoproduktion zu verdoppeln.
Die Strategie der Konzerne liegt nicht nur darin, schneller, höher, weiter zu kommen, sondern sich mehr dem Kunden zuzuwenden. Erreicht werden kann das kurzfristig mit Null-Prozent-Finanzierungen, Zuschüssen und guten Ratenkonditionen. Langfristig gesehen setzt man aber auf Autos, die die Verbraucher wollen. Und das hat immer weniger mit Leistung zu tun. Der Trend geht zu spritsparenden und klimafreundlichen Modellen, die möglichst unabhängig von der Willkür der Ölindustrie sind.