So gut wie jeder kennt die Situation – oft kommt eine unerwartete Rechnung, ein Elektrogerät wie Waschmaschine, Herd etc. wird plötzlich kaputt, man zieht in eine neue Wohnung und braucht neue Möbel, oder das Auto streikt und man braucht plötzlich Geld für den Autokauf – wenn dann nicht genug auf dem Konto ist, ist man schnell mal versucht sein Dispo-Limit zu erhöhen.
Doch was viele nicht wissen, es gibt auch eine günstigere Variante um plötzlich auftauchende Finanzlöcher zu stopfen – den sogenannten Abrufkredit. Während beim Dispokredit alle drei Monate oft neben hohen Zinsen von momentan durchschnittlich 13 Prozent noch eine Bearbeitungsgebühr dazukommt, zahlt man beim sogenannten Abrufkredit „nur“ die Zinsen. Der Abrufkredit funktioniert ähnlich bei einer Erhöhung des Dispolimits – nur das hier die Zinsen nur dann in Rechnung gestellt werden wenn man den Kredit auch nutzt, man bekommt im Vorhinein eine festgelegte Kreditsumme und kann diese dann nutzen oder auch nicht. Auch wann man das Geld zurückzahlt und ob man lieber auf einmal oder auf Raten seinen Kredit begleicht ist einem selber überlassen. Bei dieser Form des Kredits hat man auch den Vorteil nur 7-9 Prozent an Zinsen zu bezahlen, eine deutliche Ersparnis gegenüber dem Dispokredit.
Der Abrufkredit ist für Privatpersonen genauso geeignet wie für Unternehmer, beispielsweise kann ein selbstständiger Lebensmittelhändler der einen kleinen Laden betreibt mithilfe des Abrufkredits seine Lieferanten bezahlen wenn diese Mitte des Monats ihr Geld verlangen und am ersten des nächsten Monats seinen Kreditrahmen wieder ausgleichen. Der Abrufkredit ist mit durchschnittlich 8 Prozent Zinsen deutlich günstiger als ein Dispokredit mit 13 Prozent, weiß man jedoch im Vorfeld für was man das Geld benötigt und wann man es genau benötigt ist ein normaler Ratenkredit mit ca. 5 Prozent Zinsen natürlich noch günstiger. Allerdings schließt man einen Ratenkredit naturgemäß eher bei großen Anschaffungen wie einer Renovierung, beim Hausbau oder dem Kauf eines Neuwagens ab, will man jedoch nur sein Konto ausgleichen und beispielsweise eine neue Waschmaschine kaufen ist der Abrufkredit die deutlich günstigere Alternative zum Dispokredit.
Beim Abrufkredit kann es allerdings sein, das man schnell mal den Überblick verliert, da man nur eine kleine Tilgungsrate begleichen muss, während man hingegen den Dispokredit bei jedem Kontoauszug vor Augen hat und den Ratenkredit normalerweise monatlich begleicht. Es ist also Vorsicht geboten wenn man überlegt einen Abrufkredit abzuschließen, doch wenn man gut mit Finanzen umgehen kann und Aufzeichnungen über seine Ausgaben führt kann eigentlich nicht viel schief gehen.