Griechische Regierung bittet um Kredite der EU

Letztendlich ging es doch schneller als erwartet oder als manche gehofft hatten, Griechenland ist ohne die Hilfe der EU und des Internationalen Währungsfonds zahlungsunfähig. Aus Vorsorgegründen, so ließ die griechische Regierung verlauten habe man die Kredite letztendlich doch beantragt um kein Risiko mehr einzugehen. Der Währungskommissar der Europäischen Kommission, Olli Rehn bestätigte die Bitte Griechenlands nach Krediten der Union.

Als die griechische Regierung sich letzten Monat mit den Regierungschefs der Europäischen Union traf, hofften alle Beteiligten noch, die Griechen würden durch das Versprechen der EU im Notfall mit Krediten einzuspringen wieder genug Auftrieb erhalten um ihre Finanzmisere allein abwenden zu können. Vor allem die deutsche Bundeskanzlerin Merkel dürfte nicht sehr erfreut darüber sein, hatte sie doch noch im März verkündet, den Griechen keinesfalls mit deutschen Steuergeldern helfen zu können oder zu wollen. Das Hauptproblem ist, das sich die potentiellen Käufer griechischer Staatsanleihen nicht durch die Kreditzusagen beruhigen ließen – die Zinsen für griechische Anleihen schnellen nach wie vor nach oben.

Alles begann, als die neue griechische Regierung erklärte, die Vorgängerregierung hätte bewusst die Bilanzen des Mittelmeerstaates gefälscht um in die Euro Zone aufgenommen zu werden. Hinzu kam, das die frühere griechische Regierung die Neuverschuldung des Landes fälschlicherweise mit 12,7 Prozent diagnostiziert hatte während sich die wirkliche Nettoneuverschuldung auf 13,6 Prozent beläuft.
Dies sind die beiden Hauptgründe für das fehlende Vertrauen der Anleger, ein weiteres Problem ist, das die griechische Regierung ihr geplantes Sparprogramm ohne Käufer griechischer Staatsanleihen nicht durchziehen kann. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen und das Land vor der Zahlungsunfähigkeit zu bewahren hat der griechische Ministerpräsident vorsichtshalber um die Vergabe der zugesagten Kredite gebeten.

Jetzt fehlt noch die Zusage der europäischen Regierungschefs die versprochenen Kredite auch wirklich auszuzahlen, dies sei außerdem nur möglich, wenn auch der Internationale Währungsfond seine versprochenen Kredite an Griechenland auszahle da die Zusage der Europäischen Union an die Zusage des IWF gekoppelt ist. Die Griechen würden, wenn alles nach Plan läuft, rund 30 Milliarden Euro von der Europäischen Union sowie weitere 15 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfond erhalten. Die deutschen Steuerzahler tragen hier eine der Hauptlasten – rund 8 Milliarden Euro der versprochenen 30 Milliarden sollen aus Deutschland kommen, verständlich das Kanzlerin Merkel sich anfangs gegen eine gesamteuropäische Finanzierung der Kredite für Griechenland ausgesprochen hat. Man kann nur hoffen, dass sich Griechenland durch Auszahlung der Kredite finanziell endlich erholt, da eine längere Belastung der Stärke des Euro sicher nur schaden würde.

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